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Regeln für sind Dich – nicht für mich
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05.12.2018 (GE 22/2018, S. 1414) Früher, als Engelbert Lütke Daldrup als Staatssekretär in der Berliner Bauverwaltung noch im Lager der Regulierer saß, hat man solche Töne von ihm nicht gehört. Aber bekanntlich bestimmt das Sein das Bewusstsein. Jetzt sitzt der Mann als Chef des Ewigkeitsprojektes Berliner Flughafen (BER) im Lager der Regulierten.
Und da fällt ihm auf, dass wir vor 20 Jahren nur 25 % der Normen hatten, die wir heute haben, und dass Bauen generell einfacher, billiger und effizienter wäre, wenn man von den ganzen Normen einfach die Hälfte wegließe. „Wir fesseln uns durch ein regulatorisches Korsett und werden dadurch immer unbeweglicher“, vertraute er einer Architekturzeitschrift an. Vermutet eine finstere Verschwörung gar: Ingenieuren in den Normungsausschüssen, die auf Gutachteraufträge hofften, hätten ein eigenes Interesse an der Normenflut. Lütke Daldrups – alles andere als neue – Vorschläge: Normen befristen, ein Moratorium für weitere Regeln verhängen und als Sofortmaßnahme den niedrigsten Baustandard aller Bundesländer zum bundesrechtlichen Regelstandard machen. Da fällt einem nur Friedrich Schiller (Wallenstein) ein: „Spät kommt Ihr – doch Ihr kommt!“ Beim BER sind offenbar nicht nur die Kabelschächte vollgelaufen, auch ansonsten steht dem Projekt und seinem Chef das Wasser bis zum Hals. Bei der Abnahme des Flughafens will er wohl auch Lockerungen bei den TÜV-Prüfkriterien erreichen und stößt dabei auf wenig Gegenliebe bei den Brandenburgern. Die sind zwar auch Gesellschafter der Flughafengesellschaft, die den BER baut (???) und, sollte er jemals abgenommen werden, auch betreibt, haben aber überhaupt kein Interesse daran, Lütke Daldrup bei seinen Wünschen entgegenzukommen. Noch tragen die Berliner mit dem Flughafen Tegel die größten aus dem Flugverkehr resultierenden Lasten. Die Brandenburger können damit leben.
Autor: Dieter Blümmel


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